Archäologische Funde auf der Sparrenburg

Das Kiekstattrondell mit historischer Oberfläche aus dem 16. Jahrhundert
Mit dem Herausbrechen von Steinen an der nordöstlichen Bastionsmauer und am Kiekstattrondell wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Sparrenburg notwendig. Seit Beginn der Sanierungsmaßnahmen im Jahr 2006 sorgt die mächtige Festungsanlage in regelmäßigen Abständen für sensationelle Überraschungen. Archäologen stoßen immer wieder auf historische Funde, die Aufschluss über das frühere Burgleben geben.
Im Herbst 2007 wurde die original historische Oberfläche des Kiekstattrondells aus dem 16. Jahrhundert entdeckt. Die Gefechtsplattform besteht aus Sandsteinplatten, die in elf konzentrischen Ringen um einen Lüftungsschacht gelegt sind. Dieser Schacht sorgte dafür, dass aus den darunter liegenden Kasematten der Pulverdampf entweichen konnte. Außerdem wurde eine Treppe entdeckt, die mehrere Meter tiefer in die Kasematten führt.
Bei weiteren Grabungen im Jahr 2008 wurden die Grundmauern eines ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert stammenden Gebäudes mit den gewaltigen Ausmaßen von mehr als 40 Meter Länge und zehn Meter Breite freigelegt, das sogenannte Zeughaus. In einem mit Schutt verfüllten Bogen einer Mauer, die an das freigelegte Zeughaus angrenzt, kamen Kanonenkugeln aus Sandstein zum Vorschein. Vermutlich stammen die Kugeln mit einem Durchmesser von bis zu 32 Zentimetern aus der Zeit des Festungsbaus der Sparrenburg um 1530/1540. Die Kanonenkugeln können derzeit in verschiedenen Museen wie im Römisch-Germanischen Museum in Köln und dann im Westfälischen Landesmuseum Herne besichtigt werden.
Im Mai 2010 haben die archäologischen Ausgrabungsarbeiten neue interessante Erkenntnisse ans Tageslicht gebracht: Auf der Südwestseite der Sparrenburg zwischen Restaurant und öffentlichen Toiletten entdeckte man einen U-förmigen, sechs Meter tiefen Raum. Die hinzugezogenen Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) deuten den Raum als Latrine.
Die menschlichen organischen Hinterlassenschaften geben Aufschluss über Umwelt und Ernährung der damaligen Bewohner. Zudem sagen Gegenstände viel über das Leben und den Sozialstand der damaligen Nutzer der Festung aus. So zählen zu den tausenden Fundsachen zum Beispiel zerbrochene Ofenkacheln. Laut Archäologe Dr. Werner Best stammen die Scherben aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Eine reich gekleidete Frau in Renaissancetracht ist auf einer Kachel zu erkennen. Auf einer Scherbe steht der Schriftzug Prudentia (lat. Klugheit). Außerdem haben die Archäologen eine Vielzahl von Knochen gefunden – vermutlich von Schweinen aus dem 16. Jahrhundert, definiert Dr. Werner Best einen Knochenhaufen.
Kontakt: Tel. 0521/1367956
Im Herbst 2007 wurde die original historische Oberfläche des Kiekstattrondells aus dem 16. Jahrhundert entdeckt. Die Gefechtsplattform besteht aus Sandsteinplatten, die in elf konzentrischen Ringen um einen Lüftungsschacht gelegt sind. Dieser Schacht sorgte dafür, dass aus den darunter liegenden Kasematten der Pulverdampf entweichen konnte. Außerdem wurde eine Treppe entdeckt, die mehrere Meter tiefer in die Kasematten führt.
Bei weiteren Grabungen im Jahr 2008 wurden die Grundmauern eines ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert stammenden Gebäudes mit den gewaltigen Ausmaßen von mehr als 40 Meter Länge und zehn Meter Breite freigelegt, das sogenannte Zeughaus. In einem mit Schutt verfüllten Bogen einer Mauer, die an das freigelegte Zeughaus angrenzt, kamen Kanonenkugeln aus Sandstein zum Vorschein. Vermutlich stammen die Kugeln mit einem Durchmesser von bis zu 32 Zentimetern aus der Zeit des Festungsbaus der Sparrenburg um 1530/1540. Die Kanonenkugeln können derzeit in verschiedenen Museen wie im Römisch-Germanischen Museum in Köln und dann im Westfälischen Landesmuseum Herne besichtigt werden.
Im Mai 2010 haben die archäologischen Ausgrabungsarbeiten neue interessante Erkenntnisse ans Tageslicht gebracht: Auf der Südwestseite der Sparrenburg zwischen Restaurant und öffentlichen Toiletten entdeckte man einen U-förmigen, sechs Meter tiefen Raum. Die hinzugezogenen Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) deuten den Raum als Latrine.
Die menschlichen organischen Hinterlassenschaften geben Aufschluss über Umwelt und Ernährung der damaligen Bewohner. Zudem sagen Gegenstände viel über das Leben und den Sozialstand der damaligen Nutzer der Festung aus. So zählen zu den tausenden Fundsachen zum Beispiel zerbrochene Ofenkacheln. Laut Archäologe Dr. Werner Best stammen die Scherben aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Eine reich gekleidete Frau in Renaissancetracht ist auf einer Kachel zu erkennen. Auf einer Scherbe steht der Schriftzug Prudentia (lat. Klugheit). Außerdem haben die Archäologen eine Vielzahl von Knochen gefunden – vermutlich von Schweinen aus dem 16. Jahrhundert, definiert Dr. Werner Best einen Knochenhaufen.
Kontakt: Tel. 0521/1367956
Webcam auf die archäologische Ausgrabungsstätte auf der Sparrenburg


